Pressetext Austria vom 09.01.2008
Beschneidung zügelt die Sexlust nicht
HIV-Studie: Angst vor chirurgischem Eingriff unbegründet
London/Kampala (pte/09.01.2008/06:05) - Eine Beschneidung verringert nicht
die sexuelle Zufriedenheit und tut auch der Lust keinen Einbruch. Zu diesem
Schluss kommt eine groß angelegte Studie der Johns Hopkins University http://www.jhu.edu
unter 5.000 ugandischen Männern. Eine der Möglichkeiten die Neuinfektion mit dem
HI-Virus zu unterbinden, liegt nach Ansicht von Experten darin, sich beschneiden
zu lassen. Die Angst vor den Folgen der Beschneidung lassen viele jedoch davor
zurückschrecken, berichtet BBC-Online.
Von den 5.000 Untersuchten war rund die Hälfte bereits beschnitten, die andere
Hälfte hatte sich zu diesem Schritt bereit erklärt, berichten die
Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins der Britischen
Gesellschaft für urologische Chirurgie, BJU http://www.bjui.org. Die Auswertung
der Fragen nach dem Geschlechtsleben und der Befriedigung ergab bei beiden
Gruppen keine wesentlichen Abweichungen. 98,4 Prozent der befragten
Beschnittenen gaben an sexuell befriedigt zu sein, bei den Unbeschnittenen lag
die Zahl bei 99,9 Prozent. Ging es um die Frage des Geschlechtsverkehrs gaben
98,6 Prozent der Beschnittenen an, keine Probleme zu haben. Bei den
Unbeschnittenen lag diese Zahl bei 99,4 Prozent. Hingegen gaben 98,8 Prozent der
Unbeschnittenen an, beim Geschlechtsverkehr keine Schmerzen zu haben. Bei den
Beschnittenen waren es 99,4 Prozent.
Verschiedene Untersuchungen kommen zum Schluss, dass die männliche Beschneidung
das Risiko einer HIV-übertragung massiv reduzieren kann. Eine Studie berichtet
sogar von einer Verringerung um bis zu 50 Prozent. Einer der Gründe liegt darin,
dass bestimmte Zellen, die unter der Vorhaut leben ein potenzielles Ziel für
eine HIV-Infektion darstellen. Nach einer Beschneidung kommt es hingegen zu
einer geringeren Sensibilität der Glans und damit auch zu einem geringeren
Verletzungsrisiko, was wiederum zu einem geringeren Infektionsrisiko führt. Die
Autoren führen jedoch an, dass es in der Bevölkerung eine Abneigung gegen eine
Beschneidung gibt - die in erster Linie auf der Angst eines Verlusts beim
sexuellen Erlebnis basiert. Vorhergehende Untersuchungen unter beschnittenen
Männern hätten unterschiedliche Ergebnisse gebracht. Die Forscher der Johns
Hopkins University weisen jedoch daraufhin, dass die großangelegte Studie mit
diesen Vorurteilen aufräume. "Unsere Studie macht deutlich, dass eine
Beschneidung keine negativen Auswirkungen auf das Sexleben der Betroffenen hat",
so Studienleiter Ronald Gray.
"Die einzige Sorge, die wir haben, ist die Tatsache, dass die Beschnittenen nun
glauben, vor einer HIV-Infektion auch ohne Kondom geschützt zu sein", meint
Deborah Jack, CEO des National Aids Trust http://www.nat.org.uk . "Das Kondom
bleibt immer noch der beste Schutz vor einer solchen Infektion."
In Europa hat das Thema Beschneidung in den vergangenen Jahren reges Interesse
ausgelöst. So haben sich Organisationen wie etwa EURO CIRC http://www.eurocirc.org
dem Thema verschrieben. "Die Beschreibung aller Vorteile einer Beschneidung
würden ein Buch füllen", meint Herr Holzapfel von der Aufklärungskampange
EURO CIRC im pressetext-Interview. Der deutlichste Vorteil eines beschnittenen
Penis sei die bessere und einfachere Hygiene. Unter der Vorhaut sammeln sich
auch bei regelmäßigem Waschen Rückstände. Das sei bei einem beschnittenen Penis
nicht der Fall. "Der häufigste medizinische Grund einer Beschneidung ist die
Vorhautverengung, auch Phimose genannt", so Holzapfel. Bei einer Phimose sei das
Zurückziehen der Vorhaut schwierig oder sogar ganz unmöglich. "Eine Beschneidung
kann grundsätzlich in jedem Lebensalter durchgeführt werden", schreibt EURO CIRC
auf der Homepage. Es sei jedoch vorteilhaft diese schon früh vorzunehmen, da die
Heilung schneller verläuft.
Quelle: Pressetext austria: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080109004
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