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Peniskrebs und die Folgen
von Professor Brian J. Morris, Universität Sydney (Australien)

Die Häufigkeit von Peniskrebs beträgt in den USA etwa 1 pro 100.000 Männern (d. h. 750-1000 Fälle pro Jahr), und die Sterblichkeit liegt bei 25-33 % [27, 31]. Peniskrebs macht etwa 1 % aller Krebserkrankungen bei amerikanischen Männern aus. Diese Daten müssen jedoch vor dem Hintergrund des hohen Anteil Beschnittener unter den amerikanischen Männern und insbesondere der älteren Männer betrachtet werden. Nach einer in der Zeitschrift Australasian Radiology veröffentlichten Studie von 1990 waren zwar 60 % aller Männer mit Peniskrebs über 60 Jahre alt, 40 % jedoch unter 60 Jahre. In 5 großen amerikanischen Fallserien seit 1932 wurde nicht ein Mann mit Peniskrebs gesehen, der als Säugling beschnitten worden wäre [31], d. h., diese Krankheit tritt nur bei unbeschnittenen Männern und - extrem selten - bei Männern auf, die nach dem Säuglingsalter beschnitten wurden. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, welchen Stellenwert der Peniskrebs unter allen Krebserkrankungen bei unbeschnittenen Männern hat. Das Lebenszeitrisiko wird für die USA auf 1 pro 600 und für Dänemark auf 1 pro 900 Männer geschätzt [27]. In unterentwickelten Ländern tritt Peniskrebs mit etwa 3-6 Fällen pro 100.000 Männer pro Jahr häufiger auf [27].

Die sogenannten „Risiko-Viren" (Papillomavirus Typ 16 und 18, HPV 16/18) wurden bei einem hohen Anteil von Peniskrebs-Fällen nachgewiesen, und man nimmt mit gutem Grund an, daß sie an der Verursachung dieser Krebsart ebenso beteiligt sind wie an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (siehe unten). HPV 16 und 18 sind unter unbeschnittenen Männern stärker verbreitet [35]. Diese HPV-Viren verursachen flache Warzen, die normalerweise erst nach Auftragen von stark verdünnter Essigsäure sichtbar werden. Die „Risiko-Viren" sollten nicht mit den deutlich sichtbaren, aber harmlosen Genitalwarzen in Verbindung gebracht werden, die von den relativ gutartigen HPV-Typen 6 und 11 verursacht werden. Andere Faktoren wie schlechte Genitalhygiene und sexuell übertragbare Krankheiten stehen ebenfalls unter Verdacht, Peniskrebs mit zu verursachen [8, 31].

In Australien gab es von 1960 bis 1966 78 Todesfälle wegen Peniskrebs und 2 infolge einer Beschneidung. In der heutigen Zeit sind Todesfälle infolge einer Beschneidung praktisch unbekannt. Am Peter McCallum Cancer Institute wurden zwischen 1954 und 1984 insgesamt 102 Fälle von Peniskrebs gesehen; im letzten Jahrzehnt waren es doppelt so viele wie im ersten. Mehrere Wissenschaftler sehen in dem vermehrten Auftreten von Peniskrebs eine Folge der abnehmenden Häufigkeit von Beschneidungen im Säuglingsalter [13, 45]. Auch dies würde belegen, daß Vorbeugung durch routinemäßige Beschneidung im Säuglingsalter die beste Maßnahme ist.
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