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Beschneidung von Männern senkt Aids-Gefahr deutlich
- Hoffnung auf Eindämmung der Verbreitung des Virus

Washington/Paris, 13. Dezember (AFP) - Die Beschneidung von Männern kann das Risiko einer Aids-Infektion halbieren und so zu einem wirksamen Instrument gegen die Ausbreitung der Immunschwäche werden. Dies zeigten Untersuchungen in Kenia und Uganda mit beschnittenen und unbeschnittenen Männern, die vom US-Institut für Allergie- und Ansteckungskrankheiten (NIAID) am Mittwoch (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurden. In Kenia wurden demnach 2784 Männer, die zu Beginn der Studie nicht mit dem HI-Virus infiziert waren, beobachtet. Am Ende lag die Zahl der Aids-Infizierten bei den Beschnittenen um 53 Prozent unter der der Unbeschnittenen. Ein ähnliches Bild zeigte sich in Uganda, wo 4996 Männer einbezogen wurden. Hier sank das Risiko bei beschnittenen Männern um 48 Prozent.

Die US-Hilfsorganisation Aids Vaccine Advocacy Coalition (AVAC) sprach von einem «Meilenstein in der Geschichte der Aids-Epidemie». NIAID-Chef Anthony Fauci sagte, die Erkenntnisse könnten große Auswirkungen auf den Kampf gegen Aids in Ländern mit vielen HIV-Infizierten haben. Es müsse aber in den Kampagnen klar gemacht werden, dass die Beschneidung an sich nicht vor Aids schütze. Bei ihr wird die Vorhaut des Penis entfernt. Diese hat ein sehr dünnes Deckgewebe, das beim Geschlechtsverkehr Abschürfungen aufweisen kann. Die mikroskopischen Schnitte können dem HI-Virus dann den Eintritt in den Blutkreislauf ermöglichen. Einige Forscher vermuten auch, dass sich das HI-Virus an so genannte Langerhans-Zellen anbinden können, die in großer Zahl in der Vorhaut vorkommen.

Weltweit sind bisher 25 Millionen Menschen an Aids gestorben, weitere 40 Millionen sind infiziert, ohne dass sie Hoffnung auf eine Heilung haben können. Einzige Mittel zur Eindämmung der Ausbreitung waren bisher Kondome und Aufrufe zu sexueller Abstinenz. Das UN-Bevölkerungsprogramm schätzt, dass durch eine Eingliederung der Beschneidung in Kampagnen zur Aids-Bekämpfung in den kommenden zwei Jahrzehnten 3,7 Millionen Infektionen und 2,7 Millionen Tote verhindert werden können.

Bernar Auvert von der französischen Aids-Agentur warnte allerdings ebenso wie die US-Organisationen davor, die Beschneidung auch in Ländern ohne ausreichende medizinische Versorgung zu propagieren. Wenn es die nicht gebe, würden Männer zu traditionellen Beschneidern gehen und damit Gefahr laufen, dass es «Komplikationen gibt - einschließlich Tod oder permanenter genitaler Schädigung», sagt er. «Es wäre ein Alptraum.»

Die Studien in Kenia und Uganda fanden in der Zeit vom September 2005 bis Mitte 2007 statt. Sie bestätigen ähnliche Untersuchungen in Südafrika, die sogar eine Senkung der Aids-Rate um 60 Prozent nahelegten.
Quelle: AFP vom 14.12.2006
Dieser Artikel befindet sich auf dem EURO CIRC Server, da der Artikel von AFP auf der Yahoo Website nicht mehr online ist:
http://de.news.yahoo.com/14122006/286/wissenschaft-beschneidung-m-nnern-aids-gefahr-deutlich.html
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